Global vs. Regional – Heimische „Superfoods“

Chrissi Nicht kategorisiert HINTERLASSE EINEN KOMMENTAR

Wahrscheinlich hast du auch schon von so genannten „Superfoods“ gehört. Sie sind reich an wertvollen Nährstoffen wie Vitaminen, Spurenelementen und Omega-Fettsäuren und begegnen uns in Werbung, Gesundheitsmagazinen und Supermärkten. Genau wie Nahrungsergänzungsmittel sind die meisten Superfoods aber auch sehr teuer. Zusätzlich werden viele von ihnen aus fernen Ländern importiert und haben eine fragwürdige Umweltbilanz.

Daher stellen wir die Frage: Gibt es regionale und preiswerte Alternativen?

Natürlich! Es bedarf nur etwas mehr Recherche, denn sie werden nicht so aggressiv beworben. Wir haben für Euch regionale Lieferanten für viele der wertvollen Superfood-Nährstoffe zusammengestellt:

1. Roher Kakao: Roher Kakao ist einer der erstaunlichsten Lieferanten vieler lebenswichtiger Vitalstoffe in konzentrierter Form. In unseren Breiten kann man ihn allerdings nicht erfolgreich züchten. Einige der wichtigsten Inhaltsstoffe kannst du aber genauso gut über lokale Lebensmittel aufnehmen:

  • Flavonoide sind sehr weit verbreitet und auch in vielen regionalen Obstsorten enthalten wie Äpfel, Birnen und roten Trauben. Auch Grünkohl und Auberginen sind reich an Flavonoiden.
  • Magnesium findest du in Mangold, Sonnenblumenkernen, Haferflocken, Heidelbeeren, aber auch Wildpflanzen wie dem Bärlauch oder Gänseblümchen (schmecken super im Salat!!!)

2. Chia Samen: Chia-Samen sind vor allem berühmt für ihre hohe Konzentration an Omega-3-Fettsäuren, Proteinen, Ballaststoffen, Antioxidantien, Vitaminen A, B1, 2, 3 und E, Kupfer, Kalzium, Phosphor und Mangan. Die meisten davon lassen sich ebenso gut über regionale Lebensmittel aufnehmen:

  • Die Konzentration an Omega-3-Fettsäuren ist in den heimischen Leinsamen sogar noch höher als bei den Chia-Samen. Auch der Gehalt an Ballaststoffen ist bei Leinsamen vergleichbar und sie eignen sich hervorragend für eine gesunde Verdauung.
  • Antioxidantien wie Vitamin C und Vitamin E findest du in vielen heimischen Obstsorten und Wildpflanzen. Hierzu gehören insbesondere Äpfel und Tomaten. Hagebutten und Sanddorn sind ebenso hervorrangende Quellen für Vitamin C.
  • Nicht nur Chia-Samen sind reich an Proteinen, auch heimische Samen wie z.B. den Brennnesselsamen sind ein toller Protein-Lieferant.

3. Goji Beeren: Die im Handel erhältlichen Goji-Beeren sind meist importiert. Sie wachsen aber auch hierzulande, nur heißt der Strauch hier Bocksdorn. Hier findest du Sträucher in deiner Gegend und erfährst, wie du den Bocksdorn auch daheim erfolgreich ziehen kannst!

4. Granatapfel: Der Granatapfel ist bekannt für den sehr hohen Anteil an Antioxidantien. Darüber hinaus liefert er viel Kalium, Kalzium und Eisen. Hier sind ein paar ausgewählte, regionale Lieferanten dieser wichtigen Substanzen:

  • In Himbeeren, Johannisbeeren, Blumenkohl, Brokkoli, Löwenzahn, Pilzen, Esskastanien und Rhabarber findest Du hohe Konzentrationen an Kalium.
  • Kalzium ist bekanntlich wichtig für starke Knochen. Eine der besten pflanzlichen Quellen hierfür ist Grünkohl (170-250 mg pro 100 g des frischen Kohls). Auch Rauke („Ruccola“) und Kresse liefern bis zu 200 mg je 100 g.
  • Eine hohe Konzentration von Eisen findest du zum Beispiel in Linsen, weißen Bohnen und in der Brennnessel.
  • Eine noch sehr unbekannte Alternative ist der Giersch. Von so manchem Gärtner als Unkraut verteufelt, bieten die frischen Blätter bis zu 25 mg lebenswichtiger Spurenelemente je 100 g! Diese regionale Wildpflanze ist besonders reich an Kalium, Eisen, Magnesium und Kalzium.

5. Ingwer und Kurkuma: Bei den beiden Superfoods Ingwer und Kurkuma brauchst du gar nicht unbedingt nach regionalen Alternativen zu suchen. Diese beiden Knollen kannst du nämlich einfach auf dem Fensterbrett selbst ziehen und das ganze Jahr über ernten. Finde hier heraus, wie du Ingwer und Kurkuma selber anbaust.

6. Matcha: Matcha wird als Tee serviert, dem nachgesagt wird, den Blutdruck zu senken, Stress zu reduzieren, die Cholesterinwerte zu verbessern, den Stoffwechsel zu verbessern und die Leistungsfähigkeit zu steigern. Diese Wirkungen kannst du auch mit vielen lokalen Tees erreichen, manche von ihnen sind sogar kostenlos verfügbar. Hier sind die besten regionalen Alternativen:

  • Kamillen- und Lavendeltee wirken beruhigend.
  • Löwenzahntee, Hagebuttentee und Lindenblütentee unterstützen die Verdauung.
  • Knoblauch und Hagedorn helfen gegen hohen Blutdruck.
  • Antioxidantien wie Carotine und Catechine, die im Matcha enthalten sind, findest du in hoher Konzentration in regionalen Produkten wie Karotten, Sauerkirschen, Stachelbeeren, dem Kürbis und Löwenzahn.

7. Quinoa: Die glutenfreien Samen des Quinoa sind eines der Grundnahrungsmittel vieler alter Andenvölker. Sie sind reich an Eiweiß, Magnesium und Eisen. Quinoa zählt, genau wie Amaranth und Buchweizen, zum sogenannten „Pseudogetreide“ und ist daher insbesondere für Menschen mit Glutenunverträglichkeit interessant. Die beste regionale Alternative ist:

  • Hirse. Sie kann mit 12 % Eiweiß-Anteil locker Quinoa ersetzen, welche etwa 14 % hat. Sie liefert etwas weniger Magnesium und halb so viel Eisen, was du leicht mit lokalen Gemüsesorten ausgleichen kannst.

8. Açai: Die brasilianische Kohlpalme liefert Açai-Beeren und die beliebten Palmherzen. Sie wird oft als Schlankheitsmittel vermarktet und soll sexuell stimulierend wirken, keine dieser Wirkungen ist wissenschaftlich belegt.

Du siehst, viele internationale Superfoods, die zermahlen, getrocknet oder in Kapselform über den heimischen Ladentisch gehen, können durch regionale, frische und natürliche Produkte ersetzt werden. Sicherlich kannst du kein Rezept 1:1 anpassen und Grünkohl statt rohem Kakao verwenden. Mit etwas Recherche und Kreativität lassen sich die “regionalen Superfoods” aber mindestens genauso leicht in den Speiseplan integrieren. Unter den regionalen Produkten fallen einige durch ganz besonderen Reichtum an  unterschiedlichen Nährstoffe auf, dass diese ebenso zu Recht den Namen Superfood verdienen – und das einer besseren Umweltbilanz.

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